Tradition bewahren und feiern!
Geflügelzuchtverein ist mehr als das Züchten von Rassegeflügel, mahr als das Beschicken von Ausstellungen, es ist auch Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit, geselliges Miteinander. Das zeigte sich auch beim diesjährigen Saukopfessen, das mitlerweile ja schon Tradition beim GZV Oettingen ist. Gab es anfangs noch einige Bedenken, ob auch genügend Besucher kommen werden, so verflüchtigten sich diese schnell in der warmen Sommerluft, denn am Schluss waren alle Plätze besetzt, ja man musste sogar noch "anbauen".
Bis es soweit war, gab es aber einiges zu tun. Die "üblichen Verdächtigen" waren wieder rechtzeitig zur Stelle, um alles für einen gelungenen Abend vorzubereiten.
Thomas, Theo und Günther schleppten Tische und Bänke, Erich, der Meister der Kessel, schürte die Feuer in denselben und unser Vorsitzender Rainer sowie die ganze Familie Hertle gingen sowieso überall zur Hand.
Routiniert gingen alle zu Werke und so konnten die Kessel bald bestückt werden, bevor man sich dann mit dem üblichen, auch schon tridionellen "Keckbrot" stärken konnte.
Derweil köchelten Köpfe, Bäuche und Innereien munter vor sich hin und bald verbreitete sich jener köstliche Duft, der Kindheitserinnerungen an Hausschlachtungen und Kesselspeck wachrief.
Erich und Günther testeten vorab schon mal einige Teile auf ihren Geschmack und bewerteten alle mit einem eindeutigen "Vorzüglich".
So, nun war alles bereit und bald schon trafen die ersten Kesselspeckliebhaber und hungrigen Gäste ein. Alle wurden ganz nach ihren individuellen Wünschen und Vorlieben bedient. Ob Rüssel, Kopf- oder Bauchfleisch, Innereien oder Blut-und Leberwürste, jeder bekam das, was er wollte und manche ließen sich "von allem etwas" schmecken, oder traten mehrmals den Weg zur "Ausgabe" an. Egal, mit etwas Sauerkraut, einem guten Brot und kühlem Getränk war jede Zusammenstellung ein kulinarischer Hochgenuss.
Interessante Unterhaltungen und Gespräche ergänzten das lukullische Mahl an den gefüllten Bänken und Tischen. Die Sonne hatte sich mitlerweile hinter der Scheune verzogen, so dass im Schatten auch die Temperaturen sehr erträglich waren.
Schließlich waren alle gesättigt, die Kessel fast geleert und man hörte immer wieder den Satz: "Jetzt passt nichts mehr rein!" Dass dies vielfach ein Trugschluss war, zeigte sich, als die Züchterfrauen das Kuchenbuffet aufbauten, das jeder Konditorei zu Ehren gereicht hätte. Bei dem verführerischen Anblick schien der Verdauungsapparat den Schnellgang eingelegt zu haben, denn die allermeisten konnten da nicht widerstehen. Zusehends leerten sich die Platten. Mit einer Tasse Kaffee boten die süßen Verführungen einen wunderbaren Abschluss und der überaus gelungene Abend konnte so gemütlich ausklingen.
Am nächsten Morgen traf sich die "Aufbaumannschaft", ergänzt um Roland, auch wieder zum Abbau. Ebenso schnell wie alles hergerichtet war, wurden Tische, Bänke und Kessel auch wieder gesäubert und verstaut, bis sie im kommenden Jahr wieder hervorgeholt werden, damit man die Tradition des "Saukofessens" wieder bewahren und miteinander feiern kann.